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Von Tarsus Nach Antakya |
| Östlich von Mersin in einer Ecke
der fruchtbaren Cukurova-Ebene liegt Tarsus, die Geburtsstadt des Heiligen
Paul. Tarsus ist viele Male belagert und zerstört worden. Heute sind nur
noch wenige Baudenkmäler von besonderem Interesse, darunter das Tor der
Kleopatra, durch das sie und Marcus Antonius gingen, als sie sich in Tarsus
trafen; eine alte Kirche; die osmanische Ulu-Moschee (1579) ... man fühlt
sich in die Vergangenheit zurückversetzt, wenn man durch die engen Gassen
mit den alten Häusern geht, um den Brunnen des St. Paul zu finden. Weitere
Sehenswürdigkeiten sind die Justinian-Brücke, neolithische und
bronzezeitliche Uberreste sowie die Ruine eines hethitischen Tempels auf dem
Hügel Gözlükule, das türkische Dampfbad ‘Sahmeran‘ und eine römische
Badeanlage. Schattige Bäume und murmelnde Quellen an den Tarsus-Wasserfällen
im Außenbezirk der Stadt sorgen für einen idyllischen Nachmittag. Über dem
Karaburcak-Park hängt der Duft der Eukalyptusbäume. |
| Im Herzen der Cukurova (Kilikien) liegt
Adana, viertgrößte Stadt der Türkei und Zentrum einer blühenden
Landwirtschaft und Textilindustrie. Eine im 4. Jh. stammen de römische
Steinbrücke ‘Ta unter Kaiser Hadrian erbaut und unter Kaiser Justinian
renoviert, wölbt sich über den Seyhan, der die Stadt teilt. Von den
ursprünglich 21 Bogen der Brücke sind noch 14 erhalten. Sehenswert sind die
Ulu-Moschee aus dem 16. Jh., die Eski Moschee, die Hasan Aga-Moschee, der
Uhrturm aus dem 19. Jahrhundert und der alte Bedesten. Die Besichtigung der
Museen für Archäologie mit hethitischen und römischen Funden aus lokalen
Grabungen, für Ethnologie mit Exponaten aus dem Alltagsleben der Region und
des Atatürk- und Kulturmuseums gehört zur Stadttour. |
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Danach sollten Sie ein Adana-Kebap pro bieren, ein
sensationell gewürztes Hackfleischwürstchen, das Ihre Lebensgeister wieder
wecken wird. Zu den lokalen Spezialitäten gehören auch die Getränke ‘Salgam‘
(Wasserrübensaft) und Sira‘, eine Art Traubensaft.
Am Seyhan-Stausee im Norden der Stadt kann man sehr schöne, schattige
Spaziergänge machen und in den dortigen Teegärten und Restaurants eine
Erfrischung zu sich nehmen. Bei Sonnenuntergang bietet der Anblick der Stadt
und des sich friedlich dahinschlängelnden, von der Abendsonne rubinrot
gefärbten Seyhan mit seinen aufblitzenden Lichtreflexen ein bezaubernders
Bild.
Die nächsten Strände mit Unterkunftsmöglichkeiten sind bei Yumurtalik, wo
eine alte Burg den malerischen Fischerhafen von Karatas bewacht. Hier
entspannen sich die |
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Das Kleopatra-Tor, Tarsus |

Iskenderun |
Fischer abends im Camlik-Park.
Im Kreis Karatas befindet sich der Akyatan-See, wo Ornithologen voll
auf ihre Kosten kommen. Das Ufergebiet ist auch Brutplatz der
Meeresschildkröte Caretta caretta. Der Agyatan See ist ebenfalls ein
Vogelhabitat.
An der Straße von Adana nach Iskenderun in der Nähe von Yakapinar
liegt Misis, eine einst blühende Stadt infolge ihrer günstigen Lage
an der geschichtsträchtigen Seidenstraße. Heute stehen hier noch einige
Ruinen aus römischer Zeit und eine sehr schöne Steinbrücke, die leider bei
dem Erdbeben 1998 erheblich gelitten hat. Sehenswert ist ein sehr schönes
Mosaik aus dem 4. Jh., die Arche Noah mit ihren Tieren darstellend. Weiter
am Wege folgen die beeindruckenden Ruinen der Burg Yilanli oder
Sahmerankale auf einem felsigen Bergplateau am Ceyhan-Fluß. Im
Kreis Ceyhan steht die Kurtkulagi- (oder Sahmeran) Karawanserei an der alten
Handelstraße nach Aleppo. |
Sie wurde restauriert und ist heute ein
Ausstellungszentrum für regionales Kunsthandwerk. Südlich von Yilanlikale
befindet sich Sirkeli. Hethitische Reliefs besagen, daß Hethiterkönig
Muwattalisch auf seinem Weg nach Ägypten hier eingehalten hat. Nördlich des
Ceyhan stößt man auf das alte Anavarza, heute Dilekkaya, mit
römischen Ruinen. Das kleine Museum beherbergt zwei äußerst sorgfältig
gearbeitete Mosaike aus dem römischen Bad.
Osmaniye ist die jüngste Provinz der Türkei und der Ausgangspunkt zu
weiteren antiken Stätten. Am Abhang des Düllük sprudelt eine
Thermalquelle, die der Kalif Harun al Raschid eingeweiht hat. Auf der Straße
nach |

Der Sokollu - Mehmet Pasa - Moscheenkomplex, Yakacik (Payas),
Iskenderun |
Karatepe gelangt man zu dem römischen Castabala mit
Säulengängen, Theater, Bädern und einer auf dem Berg gelegenen Burg.
In der späthethitischen Stadt Karatepe im Karatepe-Nationalpark
befand sich die Sommerresidenz des Hethiterkönigs Asitawada. Hier wurden
bedeutende hethitische Hieroglypheninschriften und seltene phönizische
Schrifttafeln gefunden. Im Freilichtmuseum stehen wunderschöne,
feingearbeitete Reliefs, die von der Bedeutung und Ästhetik dieser alten
Kulturen zeugen.
Die Region war zur Zeit der Kreuzzüge heiß umkämpft. Die mächtige Festung
Toprakkale konnte über einige Zeit hinweg von den Kreuzrittern gehalten
werden. Alexander der Große hat 333 v.Chr. bei Issos, dem heutigen
Dörtyol, dem persischen Großkönig Darius eine vernichtende Niederlage
beige bracht. Heute ist das Schlachtfeld ein einziger Wald aus Orangen-,
Zitronen-, Mandarinen- und Pampelmusenbäumen. |

Im Freilicht-Mosaikmuseum Anavarza, Adana |
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In Yakacik (Payas) am Golf von Iskenderun steht der
prachtvolle Bautenkomlpex des So kollu Mehmet Pascha (16. jh.), bestehend
aus einer Moschee, einer Medresse, einem Bad, einem Bedesten und einer
Karawanserei; weitere sehenswerte Baudenkmäler sind der Geisterturm (Cin
Kulesi) und die Burg. Iskenderun hieß ursprünglich Alexandrette
und ist von Alexander dem Großen nach seinem Sieg über die Perser gegründet
worden. Iskenderun ist heute eine blühende Handels- und Hafenstadt.
Ausgezeichnete Hotels, Restaurants und Cafés säumen die palmenbestandene
Uferpromenade. Ein kulinarischer Leckerbissen Iskenderuns ist die
Geißelgarnele. Feinschmecker sollten zudem |
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Die Petrus-Kirche, Antakya |
nicht versäumen, ‘Künefe‘ zu probieren, eine warme Nachspeise
aus gemahlenem, gesüßtem Weizen, gefüllt mit geschmolzenem Käse, und
‘Humus‘, ein appetitanregendes Gemisch aus pürierten Paprikaschoten,
Kichererbsen und Knoblauch. Ein traditionelles regionales Handwerk ist die
Holzschnitzerei. In Iskenderun kann man sehr schön geschnitzte Stühle,
Tische und Truhen erwerben, Südlich von Iskenderun liegt die Ferienstadt
Ulucinar (Arsuz) an der Küste mit schönen Stränden, Hotels und Restaurants.
An der Straße nach Antakya liegt der Erholungsort Sogukoluk in den Bergen,
ein kühles Refugium der sommerlichen Gluthitze. Nach Überquerung des
Belen-Passes folgt |
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die Burg Bagras, die vielen Herren, darunter Hellenen,
Byzantinern, Mamelukken und Kreuzrittern, gedient hat, im Burgbereich steht
eine Kirchenruine. Antakya, das biblische Antiochien, am Asi (Orontes) dehnt
sich in einer fruchtbaren Ebene umgeben von hohen Bergen aus und war einst
die für ihren Wohlstand und Luxus berühmte Hauptstadt der Seleukiden. Die
Zeit der Gründung ist unbekannt, es wurden aber hethitische Siedlungsspuren
gefunden. Die kulturelle und kommerzielle Blüte der Stadt hat auch unter den
Römern weiterbestanden. Weltberühmt wurde Antakya in der Frühzeit des
Christentums, als die Heiligen Paulus, Petrus und Barnabas |

Der Titus Vespasian-Tunnel, Samandag, Hatay |
sich hier aufhielten. Hier wurden die Anhänget Jesu zum
ersten Mal Christen genannt.
Das Museum von Antakya kann sich rühmen, im Besitz einer der reichsten
Mosaik- sammlungen der Welt zu sein (montags geschlossen). Die fantastischen
steinernen Gemälde kamen zum größten Teil hei Ausgrabungen in Antiochien und
dem in der Nähe liegenden Daphne zum Vorschein. Außerhalb der Stadt liegt
die Petrusgrotte, eine Felsenkirche, in der Petrus die erste christliche
Gemeinde gegründet hat. |
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Der Platz wurde 1983 vorn Vatikan heiliggesprochen. Zu den
weiteren Sehenswürdigkeiten gehören der von quirligem Leben erfüllte
Bedeckte Basar und die Habib Neccar- Moschee. Südlich der Petruskirche steht
das in der Bibel erwähnte ‘Eiserne Tor . Beim Bummel durch die Gäßchen des
Altstadtviertels kommt es einem unwillkürlich so vor, als ob St. Petrus, St.
Paul und St. Barnabas kürzlich erst hier durchgegangen seien. Die Burg von
Antiochien steht hoch über der Stadt und schenkt einem einen prachtvollen
Rundblick. In Harbiye, dem antiken Daphne, südlich von Antakya, hat, wie die
mythologische Legende berichtet, Apollo versucht, sich die Waldnymphe Daphne
gefügig zu machen. Daphne hingegen zeigte keine Neigung und hat sich, um
Apollos Nachstellungen zu ent gehen, in einen Lorbeerbaum verwandelt. |
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Der Ort war in römischer Zeit ein luxuruöser Villenvorort und
ist heute mit seinen vielen Lorbeerbäumen und kleinen Gewässern ein
erholsamer Ausflugsort . Im Oktober kann man hier die berühmten
Harbiye-Datteln verspeisen und die ebenso berühmte, lorbeerduftende Seife
erwerben. |
Samandag, 25 km von Antakya entfernt, gebietet über einen
herrlichen Strand. Nördlich des Ortes liegt die 300 v. d.Zw. gegründete
Stadt Seleucia Peria, das heutige Cevlik, die erste Station der
Missionarsreise der Heiligen Petrus und Barnabas. Die Römer haben hier ein
Wunderwerk der Technik in Form des Titus-Tunnels zum Auffangen und
Weiterleiten von Regenwasser gebaut, das gemessen am technischen Stand
unserer Zeit auch heute noch Erstaunen erregt. Keinesfalls sollte man sich
eine Besichtigung des Zeus-Tempels am Alten Hafen von Kapisuyu, von wo man
eine wunderbare Aus sicht hat, entgehen lassen.
Von Antakya aus führen zwei Routen nach Syrien: die eine in östlicher
Richtung über die Grenzstadt Reyhanli nach Aleppo (Halep) und die andere
nach Süden über Yayladag nach Lazkiye, Tripoli und Beirut. |
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Mosaik, arch. Museum Antakya |
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